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Verabschiedung Dr. Lennart Berndt

Abschiedlich leben

Liebe Gemeinde,
zum 01. Mai nehme ich mein neues Tätigkeitsfeld als Pastor an der Friedenskirche Altona auf. Seit meiner Wahl im Januar rast nun die Zeit, andererseits gibt es noch so Vieles, was ich ganz bewusst und wie mit gedehnter Zeit erlebe, regeln möchte und auskoste. Noch bin ich gedanklich sehr hier in Rellingen, aber mit dem Wissen, dass für mich bald acht sehr wichtige und prägende Jahre zu Ende gehen. Abschiedlich leben. Eine Seelsorgelehrerin hat einmal zu mir gesagt, dass dies eigentlich die Haltung ist, die das Christsein uns aufgibt. Aber wer will schon immer in dem Bewusstsein leben, dass man demnächst Abschied nehmen muss? Und dennoch stimmt es: Wir wissen nie, welche Zeitspanne uns an einem Ort beschieden ist, wie lange wir mit unseren Lieben zusammen leben dürfen. Wir haben hier keine bleibende Stadt - sagt uns ein Bibelwort. Auch die kleineren Abschiede im Leben können schmerzlich sein. So geht es mir jetzt im abschiedlichen Leben in unserer Gemeinde: Weil da so viel ist, das mit Menschen zusammen angefangen hat, das gut war und gut tat und weiter gehen könnte. Und auch, weil da viel ist, das noch hätte anders werden dürfen, was sich hätte entwickeln können. Abschiedlich leben, das heißt, „Lebe wohl“ zu sagen und darin auch loszulassen. Vieles ist noch nicht fertig und vieles hat sich bewährt und so gehe
ich – freiwillig. Denn ich freue mich sehr auf das dynamische St. Pauli und auf meine Aufgabe, mich mit der Großstadtkirchengemeinde Altona-Ost in diesem Stadtteil zu vernetzen. In meiner Promotionszeit habe ich mich akademisch und konzeptionell mit dem Thema „Kirche und Stadt“ beschäftigt und spüre nun einen inneren Auftrag, dieses theologische Anliegen als Gemeindepastor in die Tat umzusetzen. Bei meiner Arbeit in der Kirchengemeinde Rellingen steht am Ende ein großer Dank: für das große Vertrauen, das mir von Anfang an entgegengebracht wurde, für die Begegnungen bei den vielen Taufen, Trauungen und Trauerfeiern. Eine biographische Schwelle im Leben von jemandem zu begleiten ist eine seelsorglich verantwortungsvolle Aufgabe, aber auch ein großes Geschenk, weil ich an Ihren Lebensgeschichten
teilhaben und sie gottesdienstlich mit Ihnen gestalten durfte. Ich bin dankbar für jede einzelne der 16 Konfirmandengruppen, die ich begleitet habe. Die Konfirmandenarbeit war für mich in der Gemeinde eine großartige Aufgabe, die ich einfach geliebt habe, verbunden mit der Teamerarbeit und den Jugendreisen
zu den Kirchentagen, nach Taizé oder Berlin. Viele Jugendliche stehen mir noch sehr präsent vor Augen und ich wünsche den mittlerweile jungen Erwachsenen eine glückliche Zukunft. Ich bin dankbar für die leuchtenden Kinderaugen und die lustigen Einwürfe der Kinder bei meiner religionspädagogischen
Arbeit in den Kitas Matthäus und Lukas. Ich bin dankbar für den Humor und die Herzlichkeit, die ich in der Seniorenarbeit erleben durfte. Was mich ebenfalls sehr dankbar stimmt, ist das vertrauensvolle Verhältnis zu vielen Mitgliedern im KGR. In meiner langjährigen Aufgabe der Kita-Verwaltung und in den letzten anderthalb Jahren im KGR-Vorsitz habe ich bei anstehenden Entscheidungsprozessen viel lernen können. Gemeinsam Dinge anpacken, Rückschläge bewältigen und Erfolge feiern – das stärkt eine Gemeinschaft.
Diese hat mich im Alltag oft getragen. Auch im Team der Mitarbeitenden im kollegialen und offene Miteinander, im Austausch über Dienstliches und Persönliches. Und zu guter Letzt bin ich dankbar dafür,
dass wir in der Kirche unseren Glauben an Gott teilen dürfen und dass wir zusammennGottesdienste feiern durch die kleinen und die großen Abschiede hindurch.

Von Herzen dankbar, Ihr und Euer Lennart Berndt

P.S: Ich würde mich sehr freuen, wenn Sie am 29. April um 15 Uhr dabei sind, damit wir uns persönlich „Auf Wiedersehen“ sagen können.

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